Me(In)²die(en)²counter

 

* Startseite     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren








Wer den Film "Ein Königreich für ein Lama" kennt (und ich gebe unumwunden zu, dass es schwer ist, den nicht zu kennen, wenn man mich kennt), der mag sich an diese Szene erinnern, in der Kuzco Pacha von hinten eine Eichel an den Kopf wirft und dann, als Pacha sich umdreht nur vor sich hinmurmelt: "What? I didn't do something... somebody's throwing stuff..." So was ähnliches ist mir hier gleich zweimal passiert. Erster Vorfall war mit einem Hund. Ich war mit Philipp und Melanie im "Only Place" essen, ein Restaurant, dass ich jedem, der Steaks mag und mal in Bangalore ist, sehr ans Herz legen möchte, und auf dem Weg nach Hause folgte uns ein Hund. Einige Feldversuche (die Anwesenheit zweier Ingenieure wird hier sehr deutlich) später war klar, wem der Hund folgte: Melanie. Obwohl sie kein Steak gegessen hatte! Sie war verständlicherweise nicht sonderlich glücklich. Egal, was wir probierten, Straßenseitenwechsel oder was auch immer, nichts fruchtete, der Hund blieb dran. Und immer, wenn wir stehen blieben - blieb er auch stehen. Schnüffelte ein bisschen hier, ein bisschen da und versuchte, möglichst unauffällig auszusehen, was ihm natürlich grandios misslang. So als wolle er sagen "Wer, ich? Euch folgen? Das ist doch lächerlich, ich schnüffele hier nur an dieser, äh, ja, genau, der Mauer da vorne! *hintapst* *schnüffelt* Seht ihr? Ich euch folgen, also wirklich..." Losgeworden ist Melanie ihn dann, als er von ein paar anderen Straßenkötern aufgemischt wurde, dessen Revier er beim Versuch, uns unauffällig zu folgen, wohl verletzt haben musste. Die haben ihn dann unter ein Auto gejagt und dort erstmal festgenagelt. Meine beiden Begleiter haben ihren Weg dann fortgesetzt, doch ich bin geblieben, um mir anzuschauen, wie es mit unserem "Schatten" weitergehen würde. Irgendwann ließen die Hunde von ihm ab, und er kroch unter dem Auto raus. Und danach - folgte er mir. Und wieder genau die gleiche Masche: bleibe ich stehen, bleibt er stehen, tut aber so, als wäre nichts. Wechsele ich die Straßenseite, wechselt er die Straßenseite. Irgendwie war es ganz putzig. Nachhaltig verhauen haben ihn dann die Hunde, deren Gang um unser Haus herum abhängt. Danach habe ich ihn nie wieder gesehen, aber wahrscheinlich schnüffelt er unauffällig irgendwelchen Leute nach, bis ihn Artgenossen davon abhalten.
Das zweite Ereignis fand beim örtlichen KFC (Kentucky Fried Chicken) statt, von dem ich, wie ich betonen möchte, in Anbetracht der kastrierten McDonalds-Restaurants hier ein großer Fan geworden bin. Ich warte also in der Schlange, um meinen Zinger (Hähnchen-Burger) zu bestellen, als sich jemand an mir vorbeizwängt und sich vor mich (!) stellt. Einfach so. Als hätte ich nichts gemerkt. Man weiß es nicht. Zugegebenermaßen war er kleiner als ich, aber das war doch etwas sehr plump. Gefragt, was das ganze sollte, meinte er (wörtlich!) "Oh, ich dachte, sie stehen an dieser Schlange an" und zeigt dabei auf eine der beiden Kassen, die von der Schlange, in der wir warteten exakt in der Mitte getroffen wurden. Ich habe ihm daraufhin erklärt, dass ich in der Schlange (auf unsere Schlange zeigend) anstehe, die zu den beiden Kassen (auf die beiden Kassen zeigend) führt und eigentlich zu der Kasse wollte, die schneller frei würde. Woraufhin er mich fragte, für welche Kasse ich anstünde. Woraufhin ich mich, Murphys Erstem Gesetz folgend, natürlich für die falsche entschieden habe und er vor mir dran kam. So schön die Palmen und Kokosnüsse hier sein mögen - manchmal wünscht man sich doch einfach nur eine Eichel!
11.3.07 06:30
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung